Das Leben monetisieren...

Eine Person aus meinem Umfeld meinte sich anmaßen zu dürfen, dass ich mit vielem Geld auf dem Konto keine Probleme mehr hätte.
Ich habe nachgehakt, ob diese Person damit meint, dass allein durch Geld meine Psyche wieder genesen wäre.
Dass die Antwort, meine Vergangenheit seie dann nicht mehr relevant, wie ein Schlag ins Gesicht für mich war, hat diese Person nichteinmal verstehen können.
Ich bin einfach unglaublich wütend darüber, meine Erlebnisse auf so eine Art und Weise herunterzuspielen.
Natürlich wäre der Alltag mit mehr Geld etwas leichter, schließlich müsste ich mir keine Gedanken um bezahlte Rechnungen machen, aber dass die Person ernsthaft glaubt, ich hätte dadurch auch keine psychichen Probleme mehr, hat mich einfach arg verletzt.
Denn diese Aussagen haben eine gewaltige Bedeutung.
Mit solchen Aussagen wird mein Erlebtes verharmlost und zu Nichte gemacht.
Ich, so wie jeder andere Mensch auch, habe meine Geschichte.
Und diese Geschichte herunterzuspielen, ist schlichtweg respektlos.
Man kann ausserdem Erlebtes nicht miteinander messen; da jeder Mensch sein Anrecht auf eigenes Leidempfinden hat, welches sich nicht mit einer Skala von 1 - 10 messen lässt.
Dass diese Person meinen Ärger über solch oberflächliche Aussagen nicht verstehen will, macht mich nur noch rasender.
Man kann und darf über sich Selbst sagen, was man möchte. Dem habe ich auch nichts entgegenzusetzen, ausser vielleicht eigener Zweifel der Aussage gegenüber. Aber nichts desto Trotz bin ich nicht in der Position, darüber richten zu dürfen.
Wo wir wieder an den Punkt gelangt sind, dass es mir jedes Mal aufs Neue das Herz bricht, wenn jemand sich anmaßt über mein Leben bzw meine Erlebnisse zu urteilen.
Dabei geht es mir nichteinmal darum, dass ich der festen Überzeugung wäre, mein Leben sei besonders schwierig, lustig, traurig (beliebiges Adjektiv einfügen) gewesen.
Ich möchte einfach nur die Berechtigung meiner Gefühle und Empfindungen verteidigen.
Und wer jetzt eine Behauptung in den Raum wirft, meine Vergangenheit seie mit Geld wett zu machen, hat schlichtweg die Quintessenz meiner Entrüstung nicht verstanden.
Denn diese Aussage läuft auf die Unterstellung hinaus, ein oberflächliches, geldgeiles, verkaltetes Wesen zu sein. Beinahe Zombie-mäßig stelle ich mir mich Selbst dann vor - wenn sich alle Empfindungen mit Reichtum wegradieren liessen. Vollkommen Emotionslos? Als ob sich der Menschliche Reichtum nur durch das Konsumverhalten messen lässt. Nein, Reichtum ist für mich wahrlich etwas anderes.
Wirklich reich sind in meinen Augen nur die, die selbst nach vielen Rückschlägen immer noch in der Lage sind, das Schöne im Leben zu sehen. Reich an Erfahrung, reich an Liebe, reich an Wertschätzung und Respekt.
Ich kann nicht sagen, ob nur ich es so sehe. Schließlich hat jeder Anrecht auf eine eigene Meinung.
Aber das, was ich mir anhören durfte waren keine Meinungen, sondern Unterstellungen und Mutmaßungen.
Und ich lasse nicht zu, dass jemand meinen Erfahrungsschatz in Geldnoten zu messen versucht.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen